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hier können Sie sich über die unterschiedlichsten Krippenarten informieren

Die Nazarener Krippe

Die romantische Bewegung, die am Ausgang des 18. Jh. ganz Europa erfasst hatte, übte auf die bildenden Kunst einen maßgeblichen Einfluss aus. Dementsprechend erfährt auch die Krippe eine Wandlung, die in ihrer Präsentation mit orientalischen Stilelementen Ausdruck findet.

Kennzeichnend für die kompositorischen Grundtendenzen sind das von Palmen geprägte landschaftliche Motiv und der Kontrast zwischen den reich verzierten Roben der Drei Könige und der schlichten und ärmlichen Kleidung der Hirten.

Die Geburt des Jesuskindes leitet den Beginn der Heilszeit ein, und den Untergang des Heidentums, der hier von Ruinen Tempels symbolisiert wird.

Im Hintergrund wölbt sich über die Szene das Himmelszelt und gewährt dem Betrachter Einblick in die Bildergeschichte des Wunders von Bethlehem. Die in ihrer Darstellung vorhandene Schönheit eröffnet ihm eine neue Erlebniswelt.

 

Die Höhlenkrippe

Die Verfechter des orientalischen Stiles bestehen auf der Geburtshöhle in der Krippendarstellung. Bethlehem, die Stadt Davids, war nach dem Propheten Michas auserkoren, den Sproß aus dem Hause Davids aufzunehmen, und nach der aus urchristlicher Zeit übernommenen Überlieferung wurde Jesus in einer Felsenhöhle in der Nähe Bethlehem geboren.

Als ältester Nachweis hierzu gilt, was der hl. Jeremias geschrieben hat: ,,Der geheiligtste Flecken der Erde wird von der Höhle des Adonis überschattet, und dort, im Innern der Grotte, wo das Christkind geboren wurde, beweinte man einst den Geliebten der Venus."

Schon im 4. Jahrhundert, im Jahre 325 n.Chr., ließ Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, über der Geburtsgrotte eine Kirche erbauen
Von jenem Zeitpunkt an ging das Wissen um die Bedeutung dieses Ortes nie wieder vergolten und ist durch die Jahrhunderte immerfort neben den anderen heiligen Stätten im Heiligen Land Ziel der Heiliglandpilger.

Für die Krippenfreunde unter den Heiliglandfahrern wird es wohl der Höhepunkt ihrer Pilgerreise sein, vor dem silbernen Stern an der Geburtsstelle Jesu zu stehen und die Krippennische in der Felswand zu betrachten: ,,Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est - Hier ist von der Jungfrau Maria Jesus Christus geboren."

Nicht allein die orientalische Krippe gibt der Höhle aufgrund der Überlieferung den Vorzug, auch die aus Wurzelstöcken aufgebauten Landschaftskrippen in Tirol und Schwaben bevorzugen die Höhle als Mittelpunkt der Geburtsdarstellung.


Heimatliche Weihnachtskrippe

Zu den schönsten Zeugnissen der Volkskunst gehört neben der orientalischen auch die
heimatliche Darstellung der Weihnachtskrippen.

Eingebettet in eine künstlich gestaltete Landschaft zeigt sie die Ereignisse um die
Geburt Christi in szenisch aufgebauten Figuren und Figurengruppen. Der Stall von
Bethlehem kommt zuweilen in den vertrauten Formen heimischer Bauernanwesen vor.
Hirten und andere Akteure tragen ortsübliche Trachten, und das Geschehen ist in die
eigene Umwelt eingebettet.

Das innere Verlangen des Krippenbauers ist es, eine, "Heimatliche Krippe" zu
schaffen, seine eigene Lebenswelt darzustellen und dadurch der Krippe diesen
Charakter zu verleihen.

Die Heimatkrippe verpflanzt das Heilige Geschehen unmittelbar in unsere heimische Landschaft und versucht damit das Weihnachtsgeschehen uns vor allem gemütsmäßig näherzubringen. Die entrückte und fremdartige Welt des Orients wird in die vertraute heimatliche Umgebung gewandelt.

Das ändert sich mit der Landschaftsregion von der Bergwelt und Sennhütte zum Winkel in einem Bauernstall und von der
Strohhütte im Busch zum weißgetünchten Haus in der Provence. Jeder fängt in seiner Krippe seine eigene Heimat ein, geht bis ins kleinste Detail und gibt der HI. Familie Herberge. Der Gottmensch ist zu allen gekommen.

Die Heimatkrippe ist durch drei wesentliche Merkmale ausgezeichnet:
1. Sie ist in die jeweilige heimatliche Wirklichkeit eingebunden.
2. Sie verliert sich an beschauliche Einzelheiten und liebenswürdige Kleinigkeiten.
3. Sie spricht dadurch betont das Gemüt an.

Die Heimatkrippe gibt es landschaftsbedingt in vielfältigen Abwandlungen und lässt der gestaltenden Phantasie weiten Spielraum - im Gegensatz zur orientalischen Krippe, die das einmalige historische Geschehen möglichst geschichtskundig und bibeltreu darstellen will

Alpenländische Krippen

Dieser besonders gelungenen Darstellung der Geburt Christi liegt der Gedanke der gegenwartsnahen Wiedergabe eines historischen Ereignisses zugrunde.

Getreu der Tradition sind die Figuren nach einer in bestimmter Landschaft - in unserem Fall der Alpenraum - getragener typischen Kleidern ausgeführt.
Die Drei Könige und der Heilige Josef tragen hohe schwarze Hüte, knielange Hosen und Gehröcke, die Frauen und der Engel weiße Spitzenblusen und bunte gereihte Röcke.

Die Geburt des Sohnes Gottes, des Erlösers, wird im Volksbrauch andächtig und würdig begangen. Die feierliche Stimmung wird hier durch Festtagskleidung betont.

 

Die bekleidete volkstümliche Krippen

Die bekleidete volkstümliche Krippe vereinigt die Hauptkennzeichen des barocken Stils in sich und insbesondere den Hang zur Übersteigerung und zu kühner Bildhaftigkeit unter Ausschöpfung aller darstellerischen uns szenischen Möglichkeiten.

So gesellen sich zu den aus vollen Holz geschnittenen vollplastischen Figuren beweglich mit Gliedern gefertigte Figuren. Bei diesen Figuren ist der bewegliche Kopf mit Rumpf sowie den Händen Beinen und Füßen der Beschaulichkeit zuliebe geschnitzt.

Untergliederte Figuren wie diese lassen sich in jeder erdenklichen Haltung aufstellen; sie ermöglichen damit den Wandel der Szene je nach Stimmung.

Eine Krippe der originale Kunstwert besitzt und deren Einzigartigkeit noch vom schmückenden Beiwerk betont wird: Prunk und Pomp für die Roben der drei Weisen aus dem Morgenland, schlichte Arbeitskleidung für das einfache Volk.

 

Ruinenkrippe

Eine Ruine wird vom Bild des zerstörten Bauwerkes geprägt. Das wird einmal durch die Gestaltung der verbliebenen Baureste, zum anderen durch die Behandlung des Mauerwerkes erreicht; die Mauern sind abgebrochen und eingestürzt, das Gestein ist zerbröckelt.

- Sinngebung -
Die Ruinenkrippe symbolisiert den Verfall und die Hinfälligkeit der Welt. In diese Welt des Auseinanderstrebens wird Jesus hineingeboren. Er bringt neues Leben, er baut aus den Ruinen ein neues Reich, das sich über die ganze Welt ausdehnen wird.

Er führt die Menschen in ein neues Haus, in seine weltumspannende Kirche.
Über der Geburtsgrotte wird nicht selten eine Ruine aufgebaut, die Burg Davids, dem Ahnherrn; aus den Ruinen des Hauses Davids erwächst mit Jesus der neue Spross eines Königreiches, das alles überdauern wird.

 

Osterrieder - Krippe

Die Krippenfiguren mit Stall sind gefertigt vom akademischen Bildhauer Sebastian Osterrieder aus München (1864-1932). Osterrieder gilt als Wiedererwecker der künstlerischen Weihnachtskrippen.

Er war im Auftrag von Prinzregent Luitpold von Bayern im Jahre 1910 im Heiligen Land um Menschen und Gegenden zu studieren.
An die 100 Figuren hat Osterrieder entworfen.

Die Vorbilder für die dunklen, scharfgeschnittenen Gesichter, für die wallenden Beduienengewänder hat er in Palästina studiert, wie auch die Geburtshöhle und die Bauwerke nach Landessitte. Orientalische Pracht konnte Osterrieder vor allem in den Gewändern entfalten. Er hüllte seine 20 bis 30 cm großen Figuren in farbenfrohe Stoffe.

Die Körper formte er um Drahtgestelle mit einer selbst erfundenen Modelliermasse aus Leim, Gips, Hasenleim und Kreide, die er "französischen Hartguß" nannte.

Anschließend wurden die Figuren kaschiert, das heißt mit in Leimwasser getränkten Stoffen bekleidet und bemalt. Dank dieser Technik konnte er sie außerordentlich detailliert gestalten. Teilweise wurden ihnen Glasaugen eingesetzt, um sie noch "lebendiger" wirken zu lassen.

Vier Arten von Krippenställen standen zur Auswahl:
- die Höhle
- die Ruine
- die "Kaiserkrippe" im Renaissancestil mit Torbogen und hohen Säulen
- und der einfache Stall.

Mehrere Osterrieder - Krippen befinden sich in Schwaben und Bayern. Krippen von Osterrieder erhielten die Münchner Kirchen St. Ursula, St. Peter, St. Ludwig, 12-Apostel, St. Michael und Solln. Auch Papst Pius X. und Kaiser Wilhelm II. hatten eine wertvolle Krippe von Osterrieder in ihrem Privatbesitz.

Osterrieder schuf Krippen für die Dome zu Linz/Österreich, Freising, Luxemburg, Bellerville, Cleveland, Mexiko, Pioria, Uppsala, die Nürnberger Hauptkirchen, Zweibrücken, Paderborn, Altötting, Landshut, die Anima zu Rom und für viele Kirchen und Klöster.

Osterrieder- Krippen in unserer nächsten Umgebung sind in Krumbach, in Babenhausen, in Illerberg(Familie Bidell), in Witzighausen, Bad Wurzach, Unterknöringen, Laupheim, Bad Wörishofen, Heimenkirch, Hergenweiler, Opfenbach, Ebratshofen, Kempten, Wengen, Haldenwang, Dorschhausen, Waltenhausen, Obergessetshausen, Wehringen, Buchloe, Heimatmuseum und Kreiskrankenhaus Illertissen, usw.

In der Ottobeuerer Barok-Krippe sind die Figuren der hl. Familie ebenfalls von Osterrieder

 

Die Nazarener Krippe Die romantische Bewegung, die am Ausgang des 18. Jh. ganz Europa erfasst hatte, übte auf die bildenden Kunst einen maßgeblichen Einfluss aus. Dementsprechend erfährt... mehr erfahren »
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Die Nazarener Krippe

Die romantische Bewegung, die am Ausgang des 18. Jh. ganz Europa erfasst hatte, übte auf die bildenden Kunst einen maßgeblichen Einfluss aus. Dementsprechend erfährt auch die Krippe eine Wandlung, die in ihrer Präsentation mit orientalischen Stilelementen Ausdruck findet.

Kennzeichnend für die kompositorischen Grundtendenzen sind das von Palmen geprägte landschaftliche Motiv und der Kontrast zwischen den reich verzierten Roben der Drei Könige und der schlichten und ärmlichen Kleidung der Hirten.

Die Geburt des Jesuskindes leitet den Beginn der Heilszeit ein, und den Untergang des Heidentums, der hier von Ruinen Tempels symbolisiert wird.

Im Hintergrund wölbt sich über die Szene das Himmelszelt und gewährt dem Betrachter Einblick in die Bildergeschichte des Wunders von Bethlehem. Die in ihrer Darstellung vorhandene Schönheit eröffnet ihm eine neue Erlebniswelt.

 

Die Höhlenkrippe

Die Verfechter des orientalischen Stiles bestehen auf der Geburtshöhle in der Krippendarstellung. Bethlehem, die Stadt Davids, war nach dem Propheten Michas auserkoren, den Sproß aus dem Hause Davids aufzunehmen, und nach der aus urchristlicher Zeit übernommenen Überlieferung wurde Jesus in einer Felsenhöhle in der Nähe Bethlehem geboren.

Als ältester Nachweis hierzu gilt, was der hl. Jeremias geschrieben hat: ,,Der geheiligtste Flecken der Erde wird von der Höhle des Adonis überschattet, und dort, im Innern der Grotte, wo das Christkind geboren wurde, beweinte man einst den Geliebten der Venus."

Schon im 4. Jahrhundert, im Jahre 325 n.Chr., ließ Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, über der Geburtsgrotte eine Kirche erbauen
Von jenem Zeitpunkt an ging das Wissen um die Bedeutung dieses Ortes nie wieder vergolten und ist durch die Jahrhunderte immerfort neben den anderen heiligen Stätten im Heiligen Land Ziel der Heiliglandpilger.

Für die Krippenfreunde unter den Heiliglandfahrern wird es wohl der Höhepunkt ihrer Pilgerreise sein, vor dem silbernen Stern an der Geburtsstelle Jesu zu stehen und die Krippennische in der Felswand zu betrachten: ,,Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est - Hier ist von der Jungfrau Maria Jesus Christus geboren."

Nicht allein die orientalische Krippe gibt der Höhle aufgrund der Überlieferung den Vorzug, auch die aus Wurzelstöcken aufgebauten Landschaftskrippen in Tirol und Schwaben bevorzugen die Höhle als Mittelpunkt der Geburtsdarstellung.


Heimatliche Weihnachtskrippe

Zu den schönsten Zeugnissen der Volkskunst gehört neben der orientalischen auch die
heimatliche Darstellung der Weihnachtskrippen.

Eingebettet in eine künstlich gestaltete Landschaft zeigt sie die Ereignisse um die
Geburt Christi in szenisch aufgebauten Figuren und Figurengruppen. Der Stall von
Bethlehem kommt zuweilen in den vertrauten Formen heimischer Bauernanwesen vor.
Hirten und andere Akteure tragen ortsübliche Trachten, und das Geschehen ist in die
eigene Umwelt eingebettet.

Das innere Verlangen des Krippenbauers ist es, eine, "Heimatliche Krippe" zu
schaffen, seine eigene Lebenswelt darzustellen und dadurch der Krippe diesen
Charakter zu verleihen.

Die Heimatkrippe verpflanzt das Heilige Geschehen unmittelbar in unsere heimische Landschaft und versucht damit das Weihnachtsgeschehen uns vor allem gemütsmäßig näherzubringen. Die entrückte und fremdartige Welt des Orients wird in die vertraute heimatliche Umgebung gewandelt.

Das ändert sich mit der Landschaftsregion von der Bergwelt und Sennhütte zum Winkel in einem Bauernstall und von der
Strohhütte im Busch zum weißgetünchten Haus in der Provence. Jeder fängt in seiner Krippe seine eigene Heimat ein, geht bis ins kleinste Detail und gibt der HI. Familie Herberge. Der Gottmensch ist zu allen gekommen.

Die Heimatkrippe ist durch drei wesentliche Merkmale ausgezeichnet:
1. Sie ist in die jeweilige heimatliche Wirklichkeit eingebunden.
2. Sie verliert sich an beschauliche Einzelheiten und liebenswürdige Kleinigkeiten.
3. Sie spricht dadurch betont das Gemüt an.

Die Heimatkrippe gibt es landschaftsbedingt in vielfältigen Abwandlungen und lässt der gestaltenden Phantasie weiten Spielraum - im Gegensatz zur orientalischen Krippe, die das einmalige historische Geschehen möglichst geschichtskundig und bibeltreu darstellen will

Alpenländische Krippen

Dieser besonders gelungenen Darstellung der Geburt Christi liegt der Gedanke der gegenwartsnahen Wiedergabe eines historischen Ereignisses zugrunde.

Getreu der Tradition sind die Figuren nach einer in bestimmter Landschaft - in unserem Fall der Alpenraum - getragener typischen Kleidern ausgeführt.
Die Drei Könige und der Heilige Josef tragen hohe schwarze Hüte, knielange Hosen und Gehröcke, die Frauen und der Engel weiße Spitzenblusen und bunte gereihte Röcke.

Die Geburt des Sohnes Gottes, des Erlösers, wird im Volksbrauch andächtig und würdig begangen. Die feierliche Stimmung wird hier durch Festtagskleidung betont.

 

Die bekleidete volkstümliche Krippen

Die bekleidete volkstümliche Krippe vereinigt die Hauptkennzeichen des barocken Stils in sich und insbesondere den Hang zur Übersteigerung und zu kühner Bildhaftigkeit unter Ausschöpfung aller darstellerischen uns szenischen Möglichkeiten.

So gesellen sich zu den aus vollen Holz geschnittenen vollplastischen Figuren beweglich mit Gliedern gefertigte Figuren. Bei diesen Figuren ist der bewegliche Kopf mit Rumpf sowie den Händen Beinen und Füßen der Beschaulichkeit zuliebe geschnitzt.

Untergliederte Figuren wie diese lassen sich in jeder erdenklichen Haltung aufstellen; sie ermöglichen damit den Wandel der Szene je nach Stimmung.

Eine Krippe der originale Kunstwert besitzt und deren Einzigartigkeit noch vom schmückenden Beiwerk betont wird: Prunk und Pomp für die Roben der drei Weisen aus dem Morgenland, schlichte Arbeitskleidung für das einfache Volk.

 

Ruinenkrippe

Eine Ruine wird vom Bild des zerstörten Bauwerkes geprägt. Das wird einmal durch die Gestaltung der verbliebenen Baureste, zum anderen durch die Behandlung des Mauerwerkes erreicht; die Mauern sind abgebrochen und eingestürzt, das Gestein ist zerbröckelt.

- Sinngebung -
Die Ruinenkrippe symbolisiert den Verfall und die Hinfälligkeit der Welt. In diese Welt des Auseinanderstrebens wird Jesus hineingeboren. Er bringt neues Leben, er baut aus den Ruinen ein neues Reich, das sich über die ganze Welt ausdehnen wird.

Er führt die Menschen in ein neues Haus, in seine weltumspannende Kirche.
Über der Geburtsgrotte wird nicht selten eine Ruine aufgebaut, die Burg Davids, dem Ahnherrn; aus den Ruinen des Hauses Davids erwächst mit Jesus der neue Spross eines Königreiches, das alles überdauern wird.

 

Osterrieder - Krippe

Die Krippenfiguren mit Stall sind gefertigt vom akademischen Bildhauer Sebastian Osterrieder aus München (1864-1932). Osterrieder gilt als Wiedererwecker der künstlerischen Weihnachtskrippen.

Er war im Auftrag von Prinzregent Luitpold von Bayern im Jahre 1910 im Heiligen Land um Menschen und Gegenden zu studieren.
An die 100 Figuren hat Osterrieder entworfen.

Die Vorbilder für die dunklen, scharfgeschnittenen Gesichter, für die wallenden Beduienengewänder hat er in Palästina studiert, wie auch die Geburtshöhle und die Bauwerke nach Landessitte. Orientalische Pracht konnte Osterrieder vor allem in den Gewändern entfalten. Er hüllte seine 20 bis 30 cm großen Figuren in farbenfrohe Stoffe.

Die Körper formte er um Drahtgestelle mit einer selbst erfundenen Modelliermasse aus Leim, Gips, Hasenleim und Kreide, die er "französischen Hartguß" nannte.

Anschließend wurden die Figuren kaschiert, das heißt mit in Leimwasser getränkten Stoffen bekleidet und bemalt. Dank dieser Technik konnte er sie außerordentlich detailliert gestalten. Teilweise wurden ihnen Glasaugen eingesetzt, um sie noch "lebendiger" wirken zu lassen.

Vier Arten von Krippenställen standen zur Auswahl:
- die Höhle
- die Ruine
- die "Kaiserkrippe" im Renaissancestil mit Torbogen und hohen Säulen
- und der einfache Stall.

Mehrere Osterrieder - Krippen befinden sich in Schwaben und Bayern. Krippen von Osterrieder erhielten die Münchner Kirchen St. Ursula, St. Peter, St. Ludwig, 12-Apostel, St. Michael und Solln. Auch Papst Pius X. und Kaiser Wilhelm II. hatten eine wertvolle Krippe von Osterrieder in ihrem Privatbesitz.

Osterrieder schuf Krippen für die Dome zu Linz/Österreich, Freising, Luxemburg, Bellerville, Cleveland, Mexiko, Pioria, Uppsala, die Nürnberger Hauptkirchen, Zweibrücken, Paderborn, Altötting, Landshut, die Anima zu Rom und für viele Kirchen und Klöster.

Osterrieder- Krippen in unserer nächsten Umgebung sind in Krumbach, in Babenhausen, in Illerberg(Familie Bidell), in Witzighausen, Bad Wurzach, Unterknöringen, Laupheim, Bad Wörishofen, Heimenkirch, Hergenweiler, Opfenbach, Ebratshofen, Kempten, Wengen, Haldenwang, Dorschhausen, Waltenhausen, Obergessetshausen, Wehringen, Buchloe, Heimatmuseum und Kreiskrankenhaus Illertissen, usw.

In der Ottobeuerer Barok-Krippe sind die Figuren der hl. Familie ebenfalls von Osterrieder